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Walter Fischer ist ein zeitgenössischer Künstler aus dem Süden Hamburgs, der mit seinen Collagen die Grenzen zwischen persönlicher Erfahrung, Gesellschaftskritik und Ästhetik auslotet. In seinen Werken setzt er sich intensiv mit den Themen Familie, Zusammenhalt und der Suche nach Geborgenheit auseinander. Dabei verbindet er abstrakte Kunst mit narrativen Elementen und schafft vielschichtige Kompositionen, die nicht nur visuell faszinieren, sondern auch tiefgehende Fragen nach Identität, sozialen Erwartungen und Autonomie aufwerfen. Seine Serie Familial ist ein herausragendes Beispiel für seine künstlerische Praxis. Durch Fragmentierung, Dekonstruktion und Kombination verschiedener Materialien aus seinem früheren Beruf als Grafikdesigner mit alltäglichen Bildwelten entstehen Collagen, die die Ambivalenz familiärer Strukturen sichtbar machen. Fischer reflektiert dabei über die Brüchigkeit familiärer Bindungen, die sowohl Halt als auch Einschränkung bedeuten können. Seine Arbeiten sind keine bloße Hommage an familiären Zusammenhalt, sondern hinterfragen kritisch die Rollenbilder und unausgesprochenen Dynamiken, die innerhalb familiärer Beziehungen existieren. Ein zentrales Motiv seiner Kunst ist die Spannung zwischen Stabilität und Entfremdung. Durch Selbstporträts und gefundene Bilder beleuchtet Fischer die gesellschaftlichen Konstruktionen von Familie und analysiert, inwiefern diese als Quelle der Sicherheit dienen oder vielmehr soziale Normen reproduzieren, die individuelle Selbstbestimmung begrenzen. Diese Auseinandersetzung spiegelt sich auch in den gesellschaftlichen Entwicklungen unserer Zeit wider: Während der Wunsch nach Zugehörigkeit in einer zunehmend fragmentierten Welt wächst, stehen traditionelle Strukturen unter Druck. Werte wie Selbstverwirklichung, Unabhängigkeit und Individualismus prallen auf bestehende Erwartungshaltungen, sodass soziale Bindungen oft zwischen Halt und Überforderung schwanken. Fischers künstlerischer Ansatz verbindet Konzeptkunst mit emotionaler Tiefe. Symbolismus und Mehrschichtigkeit spielen in seinen Collagen eine zentrale Rolle, während er durch seine experimentelle Ästhetik eine visuelle Sprache schafft, die gleichermaßen reflektierend wie herausfordernd wirkt. Seine Arbeiten zeigen eindrucksvoll, dass Kunst nicht nur ein Ausdruck individueller Erfahrung ist, sondern auch ein Medium, um gesellschaftliche Strukturen zu hinterfragen. In diesem Spannungsfeld bewegt sich auch das Konzept von Ikigai – der Suche nach Sinn und Erfüllung –, das in Fischers Werk auf subtile Weise mitschwingt. Mit seinen Collagen fordert Walter Fischer den Betrachter heraus, über die Kraft des Zusammenhalts ebenso nachzudenken wie über seine Grenzen. Seine Werke stehen exemplarisch für eine Kunst, die nicht nur visuell überzeugt, sondern auch gesellschaftliche Realitäten reflektiert – in einer Zeit, in der Fragen nach Identität, Gemeinschaft und persönlicher Freiheit drängender erscheinen denn je.

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